Open Days at Meiringen, Switzerland
Back

Am 23. und 24. März luden das Flugplatzkommando Meiringen und die im WK stehenden Milizangehörigen zum Tag der offenen Tür ein. Da es nur ein Regionalanlass sein sollte, verzichtete man bewusst auf die Vorführung der Patrouille Suisse, des PC-7 Team oder des F/A-18 Solodisplays, die jeweils zehntausende Besucher anlocken. Die Veranstalter verstanden es aber, trotzdem eine Show mit Leckerbissen auf die Beine zu stellen. Einer davon war sicherlich die Anwesenheit von zwei F-16 der Belgischen Luftwaffe, die gute Kontakte zur Schweizer Fliegerstaffel 11 pflegt. Mit ihnen landeten zum ersten Mal überhaupt ausländische Kampfflugzeuge auf dem Gebirgsflugplatz. Bis kurz vor dem TOT war denn auch nicht sicher, ob sie überhaupt in Meiringen landen können. Doch bei der Ankunft am späten Donnerstagnachmittag war das Wetter glücklicherweise gut genug und die Belgier meisterten den schwierigen Anflug problemlos.

Zumindest für Kenner war der ebenfalls am Boden ausgestellte F-5E J-3025 ein weiterer Höhepunkt. Nicht nur das frisch aufgemalte Logo des Flugplatzkommando 13, welches auch auf einigen anderen Tiger zu findend war, machte in besonders. Ins Auge stachen vor allem die beiden Flügeluntertanks, kurz Flunt genannt. Seit Jahrzehnten hat man keine Maschine mehr so konfiguriert. Ein Start mit voll gefüllten Flunts beansprucht die Flugzeugzelle ausserordentlich und wäre in Meiringen wegen der Topografie gar nicht praktizierbar. Ebenfalls mit Flunts ausgerüstet konnte die J-3096 im Krep-Hangar besichtig werden. Die Maschine ist nicht mehr flugtauglich und dient nun, wie auch eine Alouette III, als Versuchsobjekt für die Aircraft Battle Damage Repair (ABDR) oder auf Deutsch Kriegsreparatur (Krep). Zahlreiche Einschusslöcher und behelfsmässige Flicke zeugen von bisherigen Versuchen, bei denen unter simuliertem Zeitdruck und fehlenden Ersatzteilen eine Flugzeugreparatur durchgeführt wurde.

Neben der gewohnt atemberaubenden Leistungsschau des Cougars Transporthubschraubers, durften die Zuschauer eine seltene Vorführung eines, durch den ehemaligen Mirage IIIRS-Piloten Markus Zürcher geflogenen, Pilatus PC-9 geniessen. Elf PC-9 stehen im Dienst der Schweizer Luftwaffe und werden vorwiegend als Zielschleppflugzeug und zum Training der elektronischen Kriegführung eingesetzt. Um einen Eindruck vom alltäglichen Flugbetrieb zu vermitteln, flogen je zwei F-5E und zwei F/A-18 ein normales Luftkampf-Training abseits des Flugplatzes. Bei der Rückkehr begeisterten die Piloten mit einem schönen Formationsüberflug und anschliessender Fanghakenlandung der Hornet. Das komplette Flugprogramm wurde je einmal vormittags und nachmittags gezeigt.

Trotz des winterlichen Wetters waren die Tage der offenen Tür ein voller Erfolg. Die Organisatoren zählten rund 6'500 Besucher. Während der Freitag für Gäste, Behörden, Medien und Pensionierte vorbehalten war, durfte sich am Samstag jedermann einen Eindruck verschaffen. Ansprechen wollte man vor allem die Bevölkerung in der Region. Ziel des TOT war das Näher bringen des Flugplatzes mit all seinen zivilen und militärischen Stellen an besagte Regionalbevölkerung. Seit Anfang 2006 ist die mit F/A-18 Hornet ausgerüstete Fliegerstaffel 11 auf dem Berner Oberländer Flugplatz fest stationiert, nachdem ihre vormalige Basis Dübendorf für Jets geschlossen wurde. Major Daniel Stämpfli, Kommandant der 11er, zieht eine positive Bilanz: „Die Fliegerstaffel 11 hat sich gefreut, den zahlreichen Besuchern ihre Aufgaben und natürlich ihr Arbeitsgerät, die F/A-18 Hornet, näher bringen zu können. Das Interesse der Besucher hat uns beeindruckt und gezeigt, dass die Luftwaffe in der Bevölkerung grosses Ansehen geniesst, speziell in der Region Meiringen-Haslital.“.