75 Jahre Militärflugplatz Meiringen

Juni 2016: Eine würdige Jubiläumsfeier mit Sonne, Wolken und Regen.

Der Militärflugplatz Meiringen entstand 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg. Über die Jahre hinweg wurde er zu einem der wichtigsten Standorte der Schweizer Luftwaffe ausgebaut. Heute beheimatet der Flugplatz im Haslital die Fliegerstaffel 11 (Berufspiloten auf F/A-18 Hornet) und die Fliegerstaffel 8 (Milizpiloten auf F-5 Tiger II).

Rund 30’000 Besucher fanden trotz des unsicheren Wetters vom 16. bis 18. Juni 2016 den Weg nach Meiringen, um das 75-jährige Bestehen des Militärflugplatzes zu feiern. Sie wurden mit einer Fülle von Höhepunkten für ihr Kommen belohnt. Für den Kommandanten des Militärflugplatzes, Oberst im Generalstab Reto Kunz, war der Anlass «eine dem Jubiläum gerecht werdende Feier, ohne Zwischenfälle und mit vielen zufriedenen Gesichtern». Das Fazit des Kommandanten Luftwaffe, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg: «Bevölkerungsnah, verständlich und sympathisch haben die Armee und die Luftwaffe gezeigt, was ihre Aufgaben, ihre Mittel und ihre Fähigkeiten sind und wie sie täglich für Sicherheit und Unabhängigkeit unserer Heimat sorgen».
Am 19. November 1946 stürzte eine amerikanische Douglas C-53 mit zwölf Menschen an Bord auf den Gauligletscher ab. Piloten der Schweizer Fliegertruppen gelang es mit Kufen ausgestatteten Fieseler Störchen auf dem Gletscher zu landen und die Verunglückten in neun Flügen nach Meiringen zu bringen. Diese einmalige Rettungsaktion gilt als Geburtsstunde der alpinen Luftrettung und der Schweizerischen Rettungsflugwacht REGA. Entsprechend durfte eine Fieseler Storch an der 75-Jahr-Feier nicht fehlen.
Die Fliegerstaffel 11 der Schweizer Luftwaffe pflegt seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zum Jagdgeschwader 74 der Deutschen Luftwaffe. Diese folgte der Einladung nach Meiringen mit zwei sonderlackierten Eurofightern.
Mit acht AIM-120C-7 AMRAAM an den neuen Doppelwerfern unter den Flügeln, zwei weiteren AIM-120C-7 am Rumpf plus zwei AIM-9X Sidewinder an den Flügelspitzen, kann diese F/A-18 Hornet während eines einzigen Einsatzes theoretisch 12 gegnerische Flugzeuge mit Lenkwaffen bekämpfen.
Nebst einer zweisitzigen F-16BM sandte die belgische Luftwaffe diese F-16AM in Tigermeet-Lackierung der 31. Staffel aus Kleine Brogel nach Meiringen. F-16 Fighting Falcons aus Belgien sind schon seit längerem regelmässig in der Schweiz zu Gast und waren auch in Meiringen mehrmals zu sehen.
Eine Woche vor der Feier in Meiringen musste die Patrouille Suisse den ersten Unfall in Ihrer 52jährigen Geschichte verbuchen, als im niederländischen Leeuwarden eine F-5E nach einer Berührung mit einer anderen Maschine abstürzte. Glücklicherweise konnte sich der Pilot mit dem Schleudersitz retten und wurde nur leicht verletzt. Bis zu seiner Genesung tritt das Kunstflugteam nur zu fünft auf.
Eine Weltpremiere war der gemeinsame Auftritt des PC-7 Teams zusammen mit einer Pilatus PC-21. Gesteuert wurde diese vom Kommandanten des Teams, Oberstleutnant Daniel «Stampa» Stämpfli. 
Nach zwei gemeinsamen Vorbeiflügen mit dem PC-7 Team, führte Stampa die Pilatus PC-21 vor. Mit acht Flugzeugen des Jetpiloten-Ausbildungssystems PC-21 (JEPAS PC-21) beschreitet die Schweizer Luftwaffe neue Wege, indem Piloten von der PC-21 direkt auf die F/A-18 Hornet umschulen.
Hauptmann Julien «Teddy» Meister ist seit dem Jahr 2014 der Vorführpilot der F/A-18 Hornet in der Schweizer Luftwaffe.
Kurz vor dem durchbrechen der Schallmauer werden Schockwellen ober- und unterhalb der Hornet sichtbar. Für Überschallflüge in der Schweiz gilt eine Minimalhöhe von 10'000 Meter über Meer. 
Die F/A-18 Hornet bildet die Speerspitze der Schweizer Luftwaffe. Seit 1996 stehen sie zum Schutz des Schweizer Luftraums im Einsatz und wurden in dieser Zeit laufend modernisiert. 
Im steilen Winkel bringt Teddy seine Hornet wieder zurück auf die Piste von Meiringen. Mit einer grossen Luftbremse zwischen den Seitenleitwerken erhöht er den Luftwiderstand und verlangsamt damit das Flugzeug auf Landegeschwindigkeit.
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